019 – Die falschen VPN Werbeversprechen
Willkommen im nerdcafe. Diese Episode ist ein kleiner Rant gegen die falschen und meiner Einschätzung nach gefährlichen Werbeversprechen der VPN Anbieter, die ich so bei Youtube wahrgenommen habe. Spoiler: VPN können keine Anonymität garantieren, auch wenn das „P“ im Namen das vermuten lässt.
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Beiträge von Mike Kuketz mit ausführlicher Auseinandersetzung https://www.kuketz-blog.de/anonymitaet-die-haltlosen-werbeversprechen-der-vpn-anbieter/ https://www.kuketz-blog.de/kommentar-der-mythos-vom-anonymen-vpn-zugang/
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Transkript zur Episode:
[00:00:00] Virtuelle private Netzwerke um sicher im Internet unterwegs zu sein?
[00:00:05] Das klingt komisch oder?
[00:00:06] Heute geht es um VPN.
[00:00:08] Moin aus Hamburg und herzlich willkommen im NerdCoffee.
[00:00:21] Ich bin Johannes Meyerhofer, ich bin Experte und Trainer für WordPress und ich freue
[00:00:26] mich, dass du dabei bist.
[00:00:28] Im NerdCoffee geht es natürlich um WordPress, aber auch um Backups, um Hosting, um andere
[00:00:35] CMS-Systeme und um Webdesign.
[00:00:37] Kurz gesagt um alle Themen, die dich beschäftigen, wenn du mit deinem eigenen Webseitenprojekt
[00:00:43] starten möchtest.
[00:00:44] Ich freue mich, wenn ich dich dabei unterstützen kann und wünsche dir jetzt ganz viel Spaß
[00:00:48] mit der Podcastfolge.
[00:00:50] Das ist ein sehr viel Spaß, dass du bei YouTube immer wieder Phasen bei der man sich ein paar
[00:01:03] VPN-Anbieter verbunden und YouTuber buchen für den Service des VPN-Anbieters.
[00:01:14] Das halte ich in manchen Situationen für nicht ganz gerechtfertigt und möchte heute mal
[00:01:20] so ein bisschen meine Meinung dazu kundtun.
[00:01:23] Also ich komme noch aus einer Zeit, wo VPNs dafür genutzt wurden, dass externe Mitarbeiter*innen
[00:01:31] oder Mitarbeiter*innen, die nicht vor Ort sein konnten, sich über ein VPN-Tool in das
[00:01:37] Solmenetz einwählen konnten, damit sie sozusagen virtuell zugeschaltet werden und sich dann
[00:01:43] virtuell in der Arbeitsumgebung befinden.
[00:01:47] Das war ganz praktisch und notwendig dafür, um auf den internen Betriebsserver zuzugreifen
[00:01:55] oder einfach zu drucken, was auch immer nötig ist, um im Netzwerk zu sein.
[00:02:02] Man konnte dann virtualisieren und sich mit einem VPN-Tool virtuell ins Firmenetzwerk
[00:02:08] einwählen.
[00:02:09] Das war damals so der Hauptgrund, warum man VPNs nutzen konnte oder wollte.
[00:02:16] Dann war es immer mehr üblich, dass auch Menschen wirklich viel unterwegs sind und
[00:02:21] auch in fremden WLANs sich befinden und das nicht durften oder nicht wollten, was ich
[00:02:29] zum Beispiel sehr gut verstehen kann.
[00:02:31] Die haben sich dann mit VPN-Tools nicht in die Firmenzentrale verbunden, wo dann der
[00:02:38] VPN Access Point steht, sondern zu einem Anbieter von diesem VPN-Service.
[00:02:46] Jetzt müssen wir ganz kurz nötig werden und einen Blick auf IP-Adressen werfen.
[00:02:52] Ich versuche das jetzt sehr, sehr vereinfacht darzustellen und zu erklären.
[00:03:00] Jedes Gerät, das im Internet unterwegs ist, braucht eine IP-Adresse, damit das Gerät eindeutig
[00:03:08] erkennbar ist und eindeutig zuzuordern ist, sonst würde das Internet nicht funktionieren.
[00:03:12] Man kann IP-Adressen mit Telefonnummern vergleichen.
[00:03:19] Wenn ich dich jetzt anrufen will, brauche ich eine Telefonnummer, damit ich dich erreichen
[00:03:24] kann.
[00:03:25] So ähnlich ist es auch mit IP-Adressen.
[00:03:26] Wenn ich dein Handy irgendwie erreichen will, dann brauche ich die IP-Adresse von dem
[00:03:32] Handy.
[00:03:33] Oder andersrum gesagt, wenn dein Handy auf meiner Webseite zugreifen will, braucht im
[00:03:39] Prinzip dein Handy die IP-Adresse von meiner Webseite.
[00:03:43] Das wird im Internet natürlich übersetzt mit Namen.
[00:03:47] Dazu gibt es Name-Server und so.
[00:03:48] Das ist jetzt noch ein ganz anderes Thema.
[00:03:50] Wenn dich das interessiert, schreib mir gerne unter nerdcafé.online oder espresso@nerdcafé.online.
[00:03:56] Dann kann ich dazu noch mal eine Folge machen.
[00:03:58] Jetzt für den Moment ist es wichtig zu wissen, dass jedes Gerät am Ende eine IP-Adresse hat
[00:04:06] und die Geräte untereinander die IP-Adressen kennen müssen, damit sie kommunizieren können.
[00:04:11] So, das als kurzer Nerd-Einwurf.
[00:04:13] Jetzt ist es so, wenn du in der Bahn im Wlan bist, dann baut ja normalerweise dein Handy
[00:04:19] eine Verbindung auf zu dem Access-Point bei der Bahn.
[00:04:24] Also dein Handy braucht die IP-Adresse vom Access-Point von der Bahn und dann kennt der
[00:04:32] Access-Point von der Bahn deine IP-Adresse.
[00:04:34] Und wenn du dann nach draußen weiter surfst, zum Beispiel auf meiner Webseite, dann braucht
[00:04:40] natürlich der Access-Point von der Bahn, die IP-Adresse von meiner Webseite usw.
[00:04:46] Es wird dann so weitergegeben, weil dein Handy ja jetzt in dem internen Netz von der Bahn
[00:04:52] ist.
[00:04:53] Und wenn du jetzt eine Verbindung aufbaust zu diesem VPN-Anbieter, dann kommuniziert die
[00:05:00] IP-Adresse von dem VPN-Anbieter mit meiner Webseite und nicht mehr dein Handy.
[00:05:05] Dann wird das noch mal weitergegeben.
[00:05:07] Auch nochmal aufs Telefon übertragen, wenn du in einem großen Konzern arbeitest und
[00:05:14] nach draußen telefonierst, ist es oft so, dass ich gar nicht deine Telefonnummer sehe,
[00:05:20] sondern nur die zentrale Telefonnummer von der Firma oder gar keine Telefonnummer.
[00:05:27] Auf jeden Fall ist es jetzt so, dass du bei diesem VPN-Anbieter die IP-Adresse des VPN-Anbieters
[00:05:35] nach draußen benutzt.
[00:05:37] Deswegen wird übrigens auch diese Interwerbung oft gesagt, dass du zum Beispiel bei Netflix
[00:05:44] oder Spotify oder anderen Anbietern, die manche Inhalte nur in manchen Ländern erlauben,
[00:05:50] diese Inhalte dann trotzdem anschauen kannst.
[00:05:53] Das liegt einfach daran, dass du bei dem VPN-Anbieter auswählen kannst, in welchem Land du denn
[00:06:00] sozusagen sein willst.
[00:06:02] Und dann tut die Verbindung so, als würde sie sich ins Ausland verbinden.
[00:06:06] Und du hast dann eine IP-Adresse, die zum Beispiel zu England gehört oder zu Frankreich oder
[00:06:12] zu Italien.
[00:06:13] Und wenn du jetzt mit deinem Handy mit diesem VPN-Anbieter verbunden bist, wird dir wie
[00:06:19] gesagt die IP-Adresse des VPN-Anbieters dir zugeordnet und Netflix und Spotify und
[00:06:25] diese ganzen Anbieter denken dann, zumindest ist so die Theorie, dass du auch in Italien
[00:06:31] bist und zeigen dir die Inhalte an, die für Italien freigegeben sind.
[00:06:37] Das kann funktionieren, aber diese IP-Adressen von diesen VPN-Anbietern sind natürlich auch
[00:06:45] oft den Content-Anbietern bekannt und dann werden diese IP-Adressen genauso gesperrt,
[00:06:51] wie die deutschen IP-Adressen.
[00:06:53] Also das ist oft nur ein Werbeargument, was manchmal klappt und manchmal nicht klappt.
[00:06:59] Da würde ich mich jetzt gar nicht drauf verlassen.
[00:07:00] Viel gefährlicher finde ich aber die Aussage, die oft getroffen wird, dass man damit sicher
[00:07:06] und anonym surfen kann.
[00:07:08] Und das stimmt nur zum Teil.
[00:07:11] Sicher trifft Teilfragen.
[00:07:13] zu ja, aber nur auf diesem Bahnbeispiel, weil du natürlich zu dem VPN-Anbieter eine sichere
[00:07:21] Verbindung aufbaust und damit nicht in dieser Gefahr bist des öffentlichen WLANs von der Bahn.
[00:07:27] Wenn du aber jetzt nach weiter draußen Quatsch machst, dann kommt es ja trotzdem bei dir an.
[00:07:40] Also die Verbindung ist ja nur bis zu dem VPN-Anbieter sicher. Und auch dieser Begriff der Anonymität,
[00:07:47] den muss man mit Vorsicht genießen, weil du zwar in dem Sinn anonym bist, dass das für andere so
[00:07:55] aussieht, als wärst du der VPN. Wie gesagt, dir auch Netflix, Spotify und diese ganzen Anbieter denken
[00:08:01] ja auch erstmal, dass es dieser IP-Adressor des VPN-Anbieters ist, obwohl du ja am Ende der Reihe
[00:08:08] stehst. Und viele VPN-Anbieter auch behaupten, sie würden nicht protokollieren, wer wann,
[00:08:15] wo wie zugegriffen hat. Das ist aber oft nicht der Fall bzw. kannst du dich da gar nicht drauf
[00:08:21] verlassen, weil ja auch VPN-Anbieter sicherstellen müssen, dass du jetzt keine strafrechtlich
[00:08:28] relevanten Dinge tust. Das heißt, ich würde mich da auf gar keinen Fall drauf verlassen,
[00:08:34] dass dein VPN-Anbieter wirklich nicht mit protokolliert und dann alles, was du dich sonst nicht
[00:08:41] trauen würdest, dann trotzdem zu machen. Also bitte, du das nicht. Verlass dich nicht darauf,
[00:08:47] dass du anonym bist, nur weil du einen VPN benutzt. Viele YouTuber erklären es auch ganz gut,
[00:08:54] dass das nicht 100 Prozent sicher ist, dass man anonym ist. Manche aber natürlich nicht,
[00:09:01] weil ja auch die Anbieter von den VPN-Diensten damit werben wollen, dass man deren Dienste
[00:09:08] benutzt. Aber ich gebe dir da den Tipp, achte da wirklich drauf, dass du das nicht für vollnimmst,
[00:09:15] diese Werbeversprechen, weil das einfach rechtlich teilweise gar nicht möglich ist. Du merkst
[00:09:22] schon, ich bin da ja auch wieder ein bisschen wage, weil ich auch rechtlich da keine Beratungen geben
[00:09:28] darf und gar nicht will. Ich möchte nur dich zu Vorsicht mahnen und gut zu überlegen, was du im
[00:09:35] Internet tust. Echte Anonymität ist wirklich sehr schwer und meiner Meinung nach auch nicht
[00:09:43] wirklich machbar. Also mal ganz vorsichtig gesagt, es gibt sicher Methoden, die eine andere Level
[00:09:51] der Anonymität mit sich bringen, aber da dieses Fass möchte ich jetzt nicht aufmachen. Der Mike
[00:09:59] Cookets vom Cookets-Block hat dazu ein ganz ausführlichen Artikel geschrieben. Der ist zwar
[00:10:05] schon ein bisschen älter, sag ich mal, ich guck mal eben von wann ist der, ich hab ihn gerade vor mir.
[00:10:15] Ja, sorry, von 2015. Also nicht mehr ganz aktuell, aber trotzdem vom Thema her sehr aktuell,
[00:10:25] ich pack dir den in die Show notes, beschreib das nochmal ganz ausführlich und gut, warum
[00:10:29] dieses Werbeversprechen der Anonymität wirklich nicht zutrifft und du dir darüber auf jeden Fall
[00:10:36] Gedanken machen solltest, ob du VPNs aus diesen Gründen benutzt. Ich habe jetzt auch noch mal
[00:10:42] einen anderen Artikel gefunden vom Kollegen Cookets, der ist von 2016, verlink ich die auch in
[00:10:48] die Show notes, wie gesagt, ganz gute Beschreibung mit den detaillierteren Hintergründen, als ich
[00:10:53] jetzt das in einem schnellen Podcast darlegen kann, warum denn diese Sicherheit eine trügerische
[00:11:00] Sicherheit ist. Dann bitte nochmal kurz zu den Anfangsargumenten mit den Inhalten, die man dann
[00:11:06] wahrnehmen kann, finde ich auch so ein bisschen schräg, weil das ist ja nicht dafür gedacht,
[00:11:13] so eine VPN und diese Beschränkung auf gewisse Länder hat ja auch meistens irgendeinen Grund und
[00:11:23] wenn man sich mal die AGB der Anbieter anschaut, kann ich mir durchaus vorstellen, dass das auch
[00:11:28] so eine Sperrung des Accounts führen kann und ich weiß nicht, wie es dir geht, bei mir ist so,
[00:11:33] ich bin auch Netflix Fan natürlich und habe da viele Filme angeschaut und Listen und so weiter
[00:11:40] und wenn jetzt mein Account gesperrt wird und diese ganzen schon angeschauten Listen und Fortschritts
[00:11:46] Abschnitte der Serien und so weiter weg wäre, fände ich das schon ziemlich blöd, also ich würde
[00:11:52] das einfach gar nicht riskieren wollen, hier herausgeworfen zu werden. Wo ich tatsächlich
[00:11:58] VPN nutze, ist diese erwähnte Situation der der offenen VLAN im Zug oder auf irgendwelchen
[00:12:05] Messen, wenn es denn sein muss. Allerdings habe ich mittlerweile auch ein Handyvertrag bei einem
[00:12:11] guten Anbieter, der mir genug Bandbreite gibt, um gar nicht auf diese VLANs angewiesen zu sein,
[00:12:19] das heißt ich bin dann meistens lieber in meinem eigenen Netz, mit dem ich eh unterwegs bin,
[00:12:26] wenn es denn mal sein muss, nutze ich das VLAN nur mit einer Verbindung mit einem VPN Anbieter,
[00:12:32] mache darüber aber auch nur die notwendigen Sachen, wenn man mal unbedingt was hochladen muss.
[00:12:38] Ich würde jetzt zum Beispiel kein Online Banking machen oder keine präsenten und relevanten,
[00:12:45] im Sinne von personenbezogene wichtige Daten, würde ich da jetzt über so einen VPN nicht
[00:12:51] übertragen und ich würde schon gar nicht irgendwelche dubiosen und seltsam wirren Geschichten
[00:12:59] machen, wo ich dann meine okay der VPN gibt mir Sicherheit davor irgendwie strafverfolgt zu
[00:13:07] werden, weil das ist wirklich wirklich muss man so hart sagen, wirklich würde ich wirklich als
[00:13:14] dumm bezeichnen. Sorry, ist da früher. Das war jetzt mal ein kleiner Rand, kann man die auch mal machen
[00:13:20] in so einer Podcast. Ich wollte einfach aufzeigen, dass diese Werbeversprechen, die da gemacht werden,
[00:13:26] gar nicht so glaubwürdig sind, wie sie sein wollen. Ich bin gespannt, wie du das,
[00:13:32] schreib mir gerne eine E-Mail unter espresso@nordcafe.online,
[00:13:39] wie du das antapst mit diesen VPNs, nutzt du die oder nutzt du die auch nicht, bist du da auch
[00:13:44] skeptisch, schreib mir dann gerne mal deine Infos. Jetzt erstmal genug von VPNs in Hamburg, sagt man,
[00:13:52] Tschüss. Tschüss, das heißt auf Wiedersehen. Ich freue mich, wenn wir uns bald wiedersehen
[00:14:01] bzw hören. Hier in diesem Podcast bei LinkedIn oder auf meiner Webseite. Wenn dir diese Episode
[00:14:08] gefallen hat, teil sie doch gerne in deinen Social Networks und abonnier diesen Podcast. Fragen,
[00:14:13] Themenwunsch und Ideen kannst du mir gerne über espresso@nordcafe.online schicken. Espresso@nordcafe.online.
[00:14:21] Bis zum nächsten Mal, Tschüss.
[00:14:24] Thank you.
[00:14:24] [Musik]

