089 – Barrierefreie Moderation mit Sharon Maple

089 barrierefreie Moderation mit Sharon Maple

Sharon Mapple ist Moderatorin und Beraterin für barrierefreie Events. Sie hilft also ihren Kund*innen dabei, Veranstaltungen barrierefrei umzusetzen.

Heute zu Gast ist Sharon Mapple. Sharon ist Moderatorin und Beraterin für barrierefreie Events.
Sie hilft also ihren Kund*innen dabei, Veranstaltungen barrierefrei umzusetzen.
Hier gehts nicht „nur“ um digitale Events und Untertitel sondern auch um echte Live Events.

Sharon und ich kennen uns LinkedIn, haben uns aber auf der republica in Berlin auch live kennen gelernt.

Wir haben deswegen heute gesprochen über:
barrierefreie Moderation und barrierefreie Events. Hier vor allem über barrierefreie Räume und wir erfahren, wie Sharon überhaupt zu ihrem Thema kam. Es geht auch um Ernährung, 2-Sinne-Prinzip, die Zukunft von barrierefreien Events und natürlich sprechen wir darüber, ob und wie barrierefrei die Republica denn überhaupt war.

Am Ende gehen wir noch der Frage nach, ob barrierefreie Events, also wirklich für ALLE zugängliche Veranstaltungen, überhaupt möglich sind und was es braucht, um diese zu erreichen.

Hier findest du Sharon im Netz:

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Transkript zur Episode:

[00:00:00] Heute zu Gast im Nerdcafé Podcast ist Sharon Maple. Mit Sharon habe ich gesprochen über
[00:00:05] barrierefreie Moderation und barrierefreie Events, über den Unterschied von online zu
[00:00:11] offline Events, über barrierefreie Räume, über die Republikan, wo wir uns auch getroffen haben,
[00:00:16] wir sprechen über Ernährung, über das Zweisinneprinzip barriere Events, über Speakables und über
[00:00:22] Sharons Wunsch für die Zukunft von barrierefreien Events. Ganz viel Spaß mit dieser Episode.
[00:00:30] Moin aus Hamburg und herzlich willkommen im Nerdcafé Podcast, dem Podcast rund um WordPress,
[00:00:40] Hosting, CMS und Web. Dein Host Johannes Meyerhofer ist Experte und Trainer für WordPress. Mit
[00:00:47] diesem Podcast möchte Johannes dir dabei helfen, WordPress besser zu verstehen und anzuwenden.
[00:00:52] Aber auch bei allen anderen Themen, die dich interessieren, wenn du mit einem eigenen Webseiten
[00:00:58] ein Projekt starten möchtest. Und jetzt wünsche ich dir ganz viel Spaß mit der Podcastepisode.
[00:01:03] Heute zu Gast im Nerdcafé Podcast ist Sharon Maple. Sharon ist Moderatorin und Beraterin
[00:01:09] für barrierefreie Events. Sie hilft also ihren Kund*innen dabei, Veranstaltungen barrierefrei
[00:01:15] umzusetzen. Und zwar nicht nur die Digitalen, was jetzt vielleicht die meisten von euch dachten
[00:01:20] mit Zoom und Untertiteln und so, sondern vor allen Dingen auch echte Events im wahren Leben sozusagen.
[00:01:25] Und wir beide, die Sharon und ich, haben uns auch auf der Republikan zum ersten Mal getroffen und
[00:01:32] sprechen unter anderem gleich darüber, ob die Republik barrierefrei ist. Ich bin sehr gespannt,
[00:01:36] wie sie das einschätzt. Und davor haben wir uns über LinkedIn quasi virtuell kennengelernt und wurden
[00:01:45] da auch vernetzt von einer Kollegin, über die wir gleich noch mal was erzählen können. Und damit
[00:01:50] sage ich herzlich willkommen, Sharon. Schön, dass du da bist. Herzlichen Dank für die Einladung.
[00:01:56] Sehr gerne. Bevor wir in das Thema der Barrierefreiheit und in die Republik einsteigen, möchte ich dich
[00:02:03] nochmal was fragen zur Musik, weil es gibt ja zu dem Nerdcafé Podcast so eine Playlist. Da orientiere
[00:02:09] ich mich gern an den großen, fest und flauschig Podcasts und hoffe, dass ich, wenn ich das genauso
[00:02:15] mache, vielleicht eine ähnlich hohe Hörerweite bekomme. Mal gucken, ob das klappt. Und bei
[00:02:22] mir ist so, dass jeder Expertin, die zu Gast da ist, ein Lead in die Playlist legen darf. Und ich
[00:02:28] werde dann auch eins reinlegen und die können die Hörer*innen unter Play.Nerdcafé.Online. Er
[00:02:34] sich anhören bei Spotify. Und ich finde, das ist eine schöne Möglichkeit für die Verbindung und
[00:02:41] einfach, um auch noch mal die Expert*innen noch mal ein bisschen besser kennen zu lernen. Genau,
[00:02:47] deswegen gleich die erste Frage. Hast du denn ein Lead, was dich in den letzten Tagen oder
[00:02:51] Wochen so ein bisschen begleitet hat, wo du sagst, hey, das ist cool, das macht irgendwas mit mir und
[00:02:57] welches ist das? Ja, tatsächlich läuft bei mir die Aber-Playlist momentan hoch und runter und ich
[00:03:04] habe mich schon so programmiert, dass wenn ich Aber-Musik höre, ich in so ein Work-Modus komme,
[00:03:10] wo andere so Elektromusik hören, ist es bei mir aber. Und da ist natürlich so ein Klassiker
[00:03:15] Dancing Queen, das macht bei mir gute Stimmung. Ich selber liebe es auch zu tanzen, habe damals
[00:03:20] auch mal Turniertanz gemacht. Von daher verbinde ich persönlich mit dem Song nochmal auch die
[00:03:25] Tanzerei. Und ja, falls das noch nicht in der Playlist drin ist, dann sehr gerne, aber mit Dancing
[00:03:32] Queen aufnehmen. Ich glaube nicht, und selbst wenn, mal wenn das jetzt wirklich zwei Menschen gleich
[00:03:38] gut gefällt, dann darf das auch zweimal drin sein, aber ich glaube, es ist nicht drin. Sehr gut.
[00:03:42] Finde ich ganz spannend, wo du sagst Konzentration. Ich habe eine Konzentrations-Playlist, da ist
[00:03:48] aber tatsächlich auch so elektronische Musik drin, weil ich mich gar nicht konzentrieren kann,
[00:03:53] wenn Musik, wenn da Text drauf ist. Aber ich habe Dancing Queen auf meiner gute Laune Playlist.
[00:04:00] Ja, sehr gut. Genau, da ist auch mein Song drauf, der heißt "Summer Sun" von Kari Kari. Das ist so ein,
[00:04:08] ich würde sagen, so ein bisschen elektronisch angehauchter, ja, Sommer Song. Sommer Sun heißt
[00:04:16] er und es ist ein Sommer Song, der einfach gute Laude macht, wo man sich an so einen schönen
[00:04:21] Sie sich vielleicht vorstellen kann, wo dann so ein paar Drinks serviert werden und man hat
[00:04:26] einfach eine gute Zeit mit anderen zusammen. Passt ja jetzt auch gerade von der Zeit wunderbar.
[00:04:31] Ja, voll. Vor der Tür, zwischendurch guckt er schon mal vorbei. Genau. Und wir haben ja auf der
[00:04:37] Republik, das auch ein bisschen erlebt draußen in dem Hof, dass da mit Leute zusammen saßen und
[00:04:43] gute gute Zeit hatten. Und ich bin es natürlich mega neugierig, weil ich die Republik ja auch
[00:04:49] direkt erlebt habe und mir jetzt auch ein bisschen eigene Meinung bilden konnte, aber von dir jetzt
[00:04:53] als Expertin. Was, was wirst du denn sagen, wie barrierefrei war denn die Republik und was könnten
[00:05:02] die noch verbessern? Ja, also ganz wichtig. Ich bin ja auch von den Sozialheld*innen als
[00:05:09] Barriere Scout ausgebildet. Es ist immer zu bedenken, ich rede immer von den verschiedenen
[00:05:12] barrierefrei Brillen. Ich kann jetzt meine eigene Brille aufsetzen und das, was ich an eigenen
[00:05:17] Bedürfnissen habe, gerne mit euch teilen. Die Agentur für Barrierefreiheit war ja auch
[00:05:22] am Start mit verschiedenen Prüfpersonen. Das heißt, da ist es mal ganz wichtig, ich
[00:05:26] kann nicht für andere sprechen, sondern kann vielleicht noch weitergeben, was auch im Gespräch
[00:05:31] mit Agentur für Barrierefreiheit rauskam. Meine persönliche Erfahrung war, dass es sehr laut war.
[00:05:38] Ich war schon mal in der Station in Berlin für den Global Disability Summit. Das war
[00:05:44] dieselbe Location und das ist ja bei beiden Location, also bei beiden Veranstaltungen tatsächlich
[00:05:50] sehr ähnlich gewesen, dass es sehr laut ist, sehr viele Menschen und ja von Akustik meiner
[00:05:56] Meinung nach vielleicht da noch mehr Potenzial wäre, wobei ich mir vorstellen kann, dass es
[00:05:59] auch ein Brandschutzthema ist. Jedenfalls auch von der Beleuchtung her teilweise sehr grelles Licht.
[00:06:05] Ich war in einem Workshop mit dabei und es war so grelles Licht, dass ich meine Sonnenbrille
[00:06:09] aufsetzen musste, weil sonst hätte ich gar nicht in diesem Raum bleiben können. Ich reagiere da sehr
[00:06:14] sensitiv und es kann auch sein, dass ich mal eine Migräneattacke von so richtig richtig
[00:06:18] grellen Licht bekomme, deswegen die Sonnenbrille. Und ansonsten freue ich mich, wenn es so ein
[00:06:24] großes Event ist und so viele Menschen und so viele Reize, dass es dementsprechend auch eine
[00:06:28] Ausgleichsraum, eine Ausgleichsfläche gibt, ein Rückzugsraum, einen Ruhebereich und den
[00:06:35] gab es tatsächlich vor Ort seitens den Veranstalter in Nicht. Das hatte ich auch per Mail abgefragt.
[00:06:41] Das ist eine Fläche, die kann man sich so vorstellen, wo möglichst alle Reize runtergefahren
[00:06:48] werden, also ein abgedunkelter Raum idealerweise, in einem Raum, der möglichst ruhig ist und wo ich
[00:06:54] auch die Möglichkeit habe, mich zum Beispiel vielleicht hinzulegen und mal die Beine hochzulegen,
[00:06:57] das ist sehr hilfreich. Und auf ein Global Disability Summit wurde das zum Beispiel sehr,
[00:07:01] sehr viel genutzt. Da gab es drei dieser Räume und auf der Republikan gab es gar keinen. Es gab
[00:07:07] zwar Flächen, wo es Hängematten gab, direkt neben der großen Bühne, nett gedacht, aber nicht
[00:07:14] komplett getestet, würde ich behaupten. Und die Agentur für Barrierefreiheit hatte ganz hinten
[00:07:19] in dem letzten Raum in der Ecke ein Ruhebereich angedacht. Aber ja, wenn dann sozusagen seitens
[00:07:26] der Veranstalter ein super grelles Licht auf diesen Raum, auf diese Fläche fällt, dann ist das auch
[00:07:30] wieder so eine Sache. Ich weiß dann immer nicht an welcher Stelle das passiert, aber das war dann
[00:07:37] halt leider auch keinen Ruheraum, weil das dann trotzdem sehr, sehr laut, weil es gab zwei Lärmgeschutz
[00:07:40] Kopfhörer und auch eine Gewichtsdecke und so was super cool war, aber auch selbst die Mitarbeiter
[00:07:45] innen, auf vorn am Infostand wussten gar nicht, dass es hinten diese Fläche gibt. Genau. Also das
[00:07:50] ist so, also Ruhebereich, Reize, das ist was, was mir direkt aufgefallen ist und ein anderes Thema
[00:07:59] ist Beteiligung. Was meinst du mit Beteiligung? Also bei mir geht es ja darum, bei Veranstaltungen
[00:08:08] echte Beteiligung für alle zu schaffen. Das bedeutet, dass wirklich alle auch mitmachen
[00:08:13] können. Und an diesen Ständen, was ich sehr toll fand, die es auf der Republik gab, gab es ganz
[00:08:18] viele Mitmachaktionen mit Klebepunkten, eine Frage, wo ist was? Und es gab ja auch Menschen mit
[00:08:25] Säbelnur und Blindheit vor Ort und die konnten eigenständig, also bei Jerefrei heißt ja ohne
[00:08:29] fremde Hilfe zugänglich. Und das war leider nicht möglich und da habe ich mit ganz vielen
[00:08:34] Ständen gesprochen und habe gefragt, hey, ob sie Lust hätten, grundsätzlich das vielleicht
[00:08:38] für nächstes Jahr so zu gestalten, dass es auch zum Beispiel für Menschen mit Säbelnur und Blindheit
[00:08:43] durch QR-Codes, durch Breihe-Label, also durch die Punktschrift, die manche Menschen nutzen zu
[00:08:49] erweitern und da war das Interesse groß, nur diejenigen, die gesetzlich verpflichtet werden,
[00:08:53] so Richtung öffentliche Stellen, die hatten absolut gar keinen Interesse, weil sie ja gar nicht
[00:08:58] müssten, obwohl sie genau diejenigen waren, die verpflichtet werden. Das fand ich auch noch
[00:09:01] mal ganz spannend. Ja, schade. Das, was du beschreibst, habe ich auch erlebt. Ich war ehrlich gesagt die
[00:09:08] meiste Zeit draußen. An einem Tag habe ich sogar eine Brutstour gemacht mit ein paar Freund*innen
[00:09:14] von dich so aus dem Netz und von früher kannte und auch während der Republik war ich eher in dem
[00:09:21] Hof hinten oder in dem Hof vorne, weil ich die Vorträge mir ja auch später anhören kann bei
[00:09:27] via Stream und eher so ein bisschen auf diesen Networking-Modus gegangen bin. Aber in der kurzen
[00:09:35] Zeit, wo ich da durchgelaufen bin, muss ich echt sagen, waren mir das schon fast zu viel. Die
[00:09:39] ganzen Eindrücke, die ganzen, es gab zwar so Bühnen, wo man die Speaker*innen nicht gehört hat,
[00:09:48] weil es über Kopfhörer ging, aber eben auch nicht alle Bühnen und durch die ganzen Stände
[00:09:53] und die Eindrücke und die Lichter und so war ich auch, obwohl ich nicht lang drin war, auch schon
[00:09:58] so ein bisschen überfordert und ganz froh, dass ich draußen sein konnte. Da bin ich voll bei dir,
[00:10:05] schade, dass es so einen Raum nicht gibt. Kurzer, Einwurf auch zur Agentur für Barrierefreiheit,
[00:10:12] das ist ja von Sophia Goldhammer und Sophia war auch im Nerdcafé in der Episode 61 zu Gast.
[00:10:19] Dass du sogar die Nummer weißt, Wahnsinn. Hab ich gerade rausgesucht. Ich hab dir die Liste vor mir
[00:10:25] und du kannst, können wir aber gerne verlinken. Ja, unbedingt. Hast du gesagt, du kannst ja nur
[00:10:34] mit deiner Brille sprechen, das ist logisch, aber vielleicht geben wir auch noch mal einen Schritt
[00:10:40] zurück von der Republik her weg und wenn du magst, kannst du mal erzählen, wie du überhaupt zu dem
[00:10:45] Thema barrierefreie Events und dann auch die barrierefreie Moderation, wie du dazu gekommen bist.
[00:10:51] Ja, sehr gerne. Also ich trage auch häufig auch Veranstaltungen des Sunflower-Lenja. Das
[00:10:58] ist so ein grünes Schlüsselband mit gelben Sonnenblumen und gerade im englischsprachigen Raum
[00:11:03] ist das ja bekannt für unsichtbare Behinderung. Das heißt, auch gerade in der Szene sagt man ja
[00:11:08] immer, dass man mit Menschen spricht und nicht über und das heißt, ich setz mich für Barrierefreiheit
[00:11:12] ein, weil ich es auch selber kenne von Barrieren betroffen zu sein und ja, das etwas ist, was
[00:11:19] mich halt in meinem Alltag begleitet und gerade wenn Sachen auch nicht sichtbar sind, auch schnell
[00:11:26] einem abgesprochen werden und umso wichtiger finde ich es, mich dafür einzusetzen, nicht nur für
[00:11:32] mich selber, sondern grundsätzlich für die Community, wo ich es auch erlebe, dass wir ja in der
[00:11:37] Community so ein bisschen als Team auch agieren von verschiedenen Stellschrauben daran drehen und
[00:11:42] versuchen in den Netzwerk verschiedene Menschen und Unternehmen zu erreichen. Ich habe das Gefühl,
[00:11:46] das klappt auch immer besser und ja, bei mir ist zum Beispiel das Thema Ernährung, dass ich eine
[00:11:55] ganz, ganz starke Laktose und Fructose-Unverträglichkeit habe. Laktose kennt man heutzutage ja total
[00:12:01] verbreitet, Fructose und gar nicht mal so viel und bei mir bedeutet das, dass ich wirklich eine
[00:12:07] der vier Seite mit Lebensmitteln habe, die ich vertrage und der Rest nicht und dazu gehört auch
[00:12:12] Haushaltszucker und Haushaltszucker ist heutzutage fast in jedem Lebensmittel verbreitet und wenn ich
[00:12:18] zum Beispiel jetzt auf Veranstaltung gehe, dann werdet ihr mich immer mit einer Kühltasche antreffen,
[00:12:24] weil ich mich selbst verpflegen muss. Ich kann nicht auch auf der Republikane, wenn es irgendwelche
[00:12:28] Food Trucks gibt und so, kann ich mich dort nicht verpflegen oder wenn es in der Veranstaltung
[00:12:33] Catering gibt, kann ich dort leider nicht darauf zählen, in 90 Prozent der Fälle, auch wenn ich
[00:12:38] vorher mit dem Catering abspreche hier, das sind die Dinge, die ich vertrage und auch konkrete
[00:12:43] Beispiele liefere, also eine Brezel wäre gar kein Problem so nach Motto, ist das nicht möglich. Also
[00:12:49] 90 Prozent der Fälle wird mir dann sogar Essen angeboten, was angeblich extra verträglich wäre
[00:12:53] und wenn ich dann nochmal nach hake, dann ist es doch nicht verträglich. Also ich habe da gemerkt,
[00:12:57] ich kann da nicht darauf vertrauen, was ich so schade finde. Ja, das ist halt ein Thema,
[00:13:02] was mich also tagtäglich begleitet, gerade Essen ist ja etwas, was auch gesellschaftlich häufig
[00:13:07] als Belohnung, gerade im Rahmen der Veranstaltung. Ja, und man sitzt dann irgendwie zusammen und
[00:13:14] trinkt was und ist was und so und man muss ja auch sagen, man hat ja auch dann Hunger und braucht
[00:13:20] irgendwie auch was zu essen zwischendrin. Da saßte was, also ich hatte auf dem Global Disability
[00:13:27] Summit mit einer Gruppe gequatscht und da hieß es ja schon, du musst das Thema mehr auf Social
[00:13:31] Media auch teilen. Also wenn ich möchte, weil es einfach Situationen gibt, da gab es bei einer
[00:13:36] Veranstaltung, also welche als Workshop-Leitung, als Moderatorin auch viel unterwegs bin,
[00:13:41] die Situation, dass mir einen Teller mit zwar geschälten Möhren, aber weder geschnitten,
[00:13:47] noch gekocht oder irgendwie weiterverarbeitet, mir einfach so einen Teller möhren wie so ein
[00:13:52] Pferd quasi angereicht wurden. Und das sind halt so Erlebnisse, die ich habe. Also ich musste
[00:13:58] auch schon abreisen, weil ich komplett unterzuckert war und es dort keinen Supermarkt in der Nähe gab
[00:14:02] und ich mich damals darauf verlassen hatte. Also es gibt da Situationen, ich werde teilweise im
[00:14:07] Restaurant, ich werde angebrüllt von Teller*innen, ich werde verbal angegriffen. Also da gibt es
[00:14:13] Situationen, wo ich manchmal erschrocken bin, bzw. ich kenne es mittlerweile, aber Menschen auch
[00:14:20] erschrocken sind, die diese Thematik glücklicherweise nicht haben, weil, na ja, dann lasse ich bei der
[00:14:24] Pizza einfach die Tomatensoße weg und dann ist das vielleicht gar kein Problem mehr, aber manche
[00:14:29] fühlen sich dadurch echt angegriffen auch. Das finde ich so schräg. Ich erlebe das in dem Bereich,
[00:14:35] der ja noch ein bisschen auch in der Gesellschaft gerade diskutiert wird,
[00:14:40] ist so mit der veganen und vegetarischen Ernährung. Und ich mache halt manchmal so Barcamps,
[00:14:46] Veranstaltungen, kleine Konferenzen und so. Und schau dann schon drauf, dass wir eher veganes
[00:14:53] Catering, wenn es Catering gibt, anbieten. Und dann muss man sich sogar dann anhören von den
[00:15:00] Fleischessern, aber dann öfters, wieso man jetzt keine Wurst hier kriegen kann. So nicht denke
[00:15:06] mehr, Alter, du kannst doch einmal auf eine Wurst verzichten und wenn nicht, dann holst du dir das
[00:15:11] schnell eine selber. Also, dass die Leute nicht diesen Perspektivwechsel hinbekommen, zu sehen,
[00:15:16] okay, ich habe zwar Lust auf eine Wurst, aber andere können sie oder wollen, dürfen sie vielleicht
[00:15:20] einfach nicht essen und dann einfach einen Tag mal verzichten, weil die Wurstesser können ja
[00:15:26] meistens zumindest die veganen Gerichte essen, warum man da nicht so rücksichts. Ja, meist ist
[00:15:33] noch mal ein tiefer Reihen natürlich, aber warum man sich selber dann so wichtig nimmt und nicht
[00:15:40] auch mal ein bisschen guckt, dass vielleicht andere das einfach nicht können, verstehe ich nicht.
[00:15:44] Ja, also ich denke mir halt so, es ist an sich möglich, also ich mittlerweile, als ich damals
[00:15:54] das erfahren hatte, das war für mich doch eine große Veränderung in meiner Ernährung auch,
[00:15:59] aber mittlerweile weiß ich, was ich vertrage und kann damit sehr gut leben, aber es wäre natürlich
[00:16:04] auch total schön, wenn ich auf solchen Veranstaltungen wäre und es eine Kühlmöglichkeit gebe, weil
[00:16:09] irgendwann die Kühlpacks auch bei so einem richtig langen Tag irgendwann nicht mehr halten und
[00:16:13] das wäre total klasse, wenn zum Beispiel da auch das Verständnis gäbe oder andere Menschen brauchen
[00:16:17] ja auch eine Kühlmöglichkeit für Medikamente oder in die Richtung und das würde ich mir total
[00:16:22] wünschen, dass auch Veranstaltungen, wenn das nicht geleistet werden kann, was ja vollkommen
[00:16:26] okay ist, dass dann aber sozusagen ich vielleicht darin unterstützt werde, dass ich mein selbstgemachtes
[00:16:32] Essen dort kühl lagern kann oder was total hilfreich auch ist. Ich war neulich auf einer Hochzeitsspontane
[00:16:40] und dort gab es ein Buffet, wo die ganzen Lebensmittel separat waren, also da war noch nicht alles
[00:16:46] vermengt, sondern gab es den Reis, die Nudeln alles separat, wunderbar für mich, weil dann konnte
[00:16:51] ich quasi die Soße, die vielleicht nicht verträglich wäre, weglassen und konnte trotzdem was essen,
[00:16:55] also manchmal ist es dann auch einfach so einfach, bloß dafür wünsche ich mir, ich sage immer
[00:17:00] Brücken bauen, die Bereitschaft ins Gespräch zu gehen und nicht dieser Klassika, das haben wir
[00:17:06] schon immer so gemacht und das parallelen dich in bei anderen Themen, bei anderen Barrieren,
[00:17:10] weil mir selber aber auch bei anderen Menschen feststelle und wo ich sage, okay, da müssen wir
[00:17:14] ansetzen, diese Brillen, die Bereitschaft auch Perspektiven zu wechseln. Ja, das versuche ich auch
[00:17:20] hier immer wieder mit den verschiedenen Expert*innen und Menschen, die hier so zu Gast sind und auch
[00:17:25] Einblicke geben, wo ich selber auch immer viel lerne und ich hoffe, die Hörer*innen auch was
[00:17:31] mitnehmen können, weil man ja keiner erwartet, dass man alles weiß, aber man kann sich ja informieren
[00:17:37] und fortbilden und so. Genau, absolut. Wie ist es denn bei der Moderation? Du bist ja dann auf
[00:17:45] beiden Seiten der Bühne. Wie würdest du eine barrierefreie Moderation umsetzen? Also ich habe
[00:17:56] so Postkarten und ich würde einfach mal das Beispiel beschreiben, weil das ist immer barrierefreie
[00:18:01] Moderation, Moderation kennen wir vielleicht, aber was ist eine barrierefreie Moderation? Damit mache
[00:18:06] ich ja quasi so eine neue Sparte auf. Ja, genau. Und was ich damit meine ist, also das klassische
[00:18:11] Beispiel, wir haben eine Bühnsituation, eine Moderation steht auf der Bühne und will irgendeine
[00:18:16] Mitmach-Beteiligungsaktion und wir haben im Publikum, haben wir vielleicht eine Person mit
[00:18:20] Rollstuhl, eine Person mit Rollator, ne? Also eine vielfältige Gruppe und jetzt haben wir eine
[00:18:27] Situation ohne eine barrierefreie Moderation, wo die Moderation dann sagt, jetzt alle aufspringen,
[00:18:32] Arme hochreißen und alle springen auf und die Person entweder im Rollstuhl, aber wir wissen ja
[00:18:37] auch, das muss nicht zwangsläufig die Person sein, die nicht aufspringen kann, vielleicht auch eine
[00:18:41] mit einer nicht sichtbaren Behinderung, die nicht aufspringen kann, die dann so denkt, na toll,
[00:18:45] ist ja ganz klasse, jetzt kann ich hier gar nicht mitmachen. Ja. Und bei einer barrierefreien
[00:18:49] Moderation mache ich es so, dass ich im Vorfeld die Bedürfnisse der Teilnehmerin abfrage, bin
[00:18:54] da auch gerade dabei eine App zu entwickeln, um das für die Veranstalter*innen so einfach wie
[00:18:58] möglich zu machen und für die Teilnehmer*innen auch anonym, dass ich meine Bedürfnisse äußern kann,
[00:19:03] anonym. Und da ist dann quasi die geselbe Situation, Person auf der Bühne macht eine Mitmachaktion
[00:19:09] und da sagt die Person Daumen hoch, wenn… und somit können alle, die dort im Publikum sitzen,
[00:19:14] einfach Daumen hoch machen, die Person beispielsweise im Rollstuhl oder auch eine andere Person hat
[00:19:19] das Gefühl, hey, ich kann genauso mitmachen und dieser Mitmachgedanke, der vielleicht seitens der
[00:19:25] Veranstalter*in oder seitens der Moderation ist, wir wollen irgendwie einen Austausch kommen oder
[00:19:29] wir wollen gerne wissen, ist ja genauso vorhanden, also da geht nichts verloren, aber wir gewinnen,
[00:19:34] dass alle sich gesehen fühlen und mitmachen können und in solche Momente geht es und genau
[00:19:39] das geht es bei mir mit der barrierefreien Moderation, dass so lange wir nicht wissen,
[00:19:45] wer dort vor Ort ist und dafür geht es nicht nur um die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen,
[00:19:50] sondern auch der Speaker*in mit auf der Bühne. Also mir ist es ganz wichtig, wenn ich auf der Bühne
[00:19:55] stehe und weiß, es gibt eine Podiumsdiskussion, also da fängt es schon an, stehen. Es gibt
[00:20:01] Menschen, die können nicht lange stehen und dann hast du eine Bühnsituation mit zwei Städtischen,
[00:20:04] damit fängt es schon an. Oder du hast super greiles Licht, was auf die Bühne geht und einfach
[00:20:09] mal vorher nachzufragen, hey, was benötigt ihr, um euch auf der Bühne auch wohl zu führen und
[00:20:14] dann könnt ihr eine Person äußern, hey, das wäre total klasse, wenn wir irgendwie sitzen könnten,
[00:20:19] weil ich kann nicht lange stehen und somit kann die Person auch ganz anders die Inhalte teilen,
[00:20:23] eine ganz andere Atmosphäre, die fühlen sich gesehen oder auch inhaltlicher Natur mit welchen
[00:20:28] Themen fühlst du dich wohl, mit welchem nicht. Und um genau solche Dinge geht es bei dieser
[00:20:32] barrierefreien Moderation. Ich würde es mir so sehr wünschen, dass das ja noch mehr bei Events
[00:20:37] berücksichtigt wird, weil bisher das häufig leider nicht der Fall ist und viele Menschen
[00:20:41] mir auch teilen. Mensch, ich bin ein großer Speaker, ich würde aber niemals von mir aus
[00:20:46] mein Bedürfnis teilen, würde aber der Raum geschaffen werden und ich würde aktiv gefragt
[00:20:50] werden, ob es etwas gibt, dann würde ich zum Beispiel teilen, dass ich mich super wohlfühle,
[00:20:54] wenn es so ein Rede, so ein Stehpult gibt, weil ich mich dahinter so ein bisschen daran stützen
[00:20:59] kann und das würde mir Sicherheit geben, aber das wurde ich noch nie gefragt und deswegen ist
[00:21:03] das für mich eine besonders stressige Situation und ich verliere schneller meine Energie.
[00:21:07] Es ist ja total komisch, dass die Veranstalter*innen gar nicht auf die Idee kommen auch einfach mal
[00:21:13] nachzufragen. Aber ich habe zum Beispiel auch, mache jetzt auch ab und zu Vorträge und so ab,
[00:21:19] sage ich mal 20 Minuten, habe ich auch einfach gerne Stuhl, weil ich nicht so gerne lange stehen
[00:21:25] möchte. Ich sage das dann auch, wenn es so ist, aber klar, gefragt, du musst jetzt mal überlegen,
[00:21:33] habe ich schon mal gefragt, woher weiß ich jetzt gar nicht gerade, wieso wird man nicht gefragt?
[00:21:37] Das ist ja mega komisch. Die Teilnehmer*innen werden vielleicht gefragt, aber dann wird
[00:21:41] auch höchstens nur gefragt, was ist deine Behinderung und ich hatte schon mal eine Veranstaltung,
[00:21:44] wie hoch ist dein GDP, also dein Gerat der Behinderung und nenne konkret deine Diagnose,
[00:21:49] wo ich dachte, sammal. Also ich möchte doch auf diesen Netzwerkevent gerade in Richtung
[00:21:54] Ministerien und so weiter, nicht als die Person mit, sondern ich möchte ja genauso mit meiner
[00:21:58] Expertise wahrgenommen werden und deswegen auch diese Idee mit der App, wo es wirklich darum geht,
[00:22:03] auch anonym, weil als Veranstalter*innen ist es ja für mich nur relevant, aha, ich habe jetzt
[00:22:07] hier so und so viele Personen, auch so zum Beispiel Lerntypen, die visuelle Lerntypen sind,
[00:22:13] da sollte ich jetzt nicht nur mit textlastigen Folien arbeiten, sondern auch vielleicht mit
[00:22:17] visuellen Geschichten, um möglichst viel Inhalt rüberzubringen und da ist ja nicht relevant,
[00:22:21] ah, das ist jetzt Person X, Y oder so. Ja. Morgen aus dem Schnitt und eine ganz kurze
[00:22:30] Unterbrechung mit dem kleinen Hinweis auf mein Partner Gehirn gerecht.Digital. In den letzten
[00:22:35] Wochen und Monaten ging es ja hier besonders mit den ExpertInnen-Episoden.
[00:22:40] ganz oft um digitale Barrierefreiheit.
[00:22:42] Wenn du jetzt selber Expertin für digitale Barrierefreiheit werden willst,
[00:22:47] dann hat Gehirngerechtpunkt Digital jetzt ein super Angebot.
[00:22:51] Denn im Komplettpaket lernst du alles, was du als Solo-Selbstständiger
[00:22:55] wissen musst, um barrierefreie Webseiten zu erstellen.
[00:22:58] Es gibt einen Kurs, über sechs Module, dauert drei Monate.
[00:23:02] Da bekommst du ganz viel Input, bekommst Workshops, E-Learnings,
[00:23:06] eine Community und das Beste ist, 90 Prozent der Kosten können sogar gefördert werden.
[00:23:11] Guck einfach mal rein auf Gehirngerechtpunkt Digital,
[00:23:15] da findest du alle Infos zu diesem coolen Workshop.
[00:23:17] Und wenn dir dieser Podcast gefällt, dann lass mir doch gerne ein Abo da
[00:23:22] und erzähl deinen Freundinnen davon, denn dann haben noch viel mehr Menschen
[00:23:26] die Möglichkeit, WordPress besser zu verstehen und zum Expertin für digitale Barrierefreiheit zu werden.
[00:23:32] Danke und schon geht es weiter mit der Episode.
[00:23:36] Ich hab da, kennst du, Speak Abled eigentlich?
[00:23:38] Nee, tatsächlich mal nicht, magst du mir erzählen, was das ist oder uns?
[00:23:41] Gerne, das ist ein bisschen eine Eigenwerbung, aber das ist auch mein Podcast, da darf ich das.
[00:23:47] Es ist eine Plattform, die Sprecher*innen mit Behinderung auflistet
[00:23:52] und die können sich da auch wiederum selbst auflisten lassen.
[00:23:56] Ich mach das nicht proaktiv, sondern die können sich da eben profiler stellen
[00:24:02] und können dann eben auch draufschreiben, was sie denn über welche Themen sie sprechen wollen und können.
[00:24:09] Und dann hab ich auch ein Feld, da heißt es halt, welche Anforderungen hast du auf der Bühne?
[00:24:16] Da kann man dann zum Beispiel Stuhl reinschreiben oder,
[00:24:18] weiß ich nicht, ein Getränk oder einen bestimmten
[00:24:23] irgendwas, was man halt will, das ist ein Freitextfeld.
[00:24:26] Das ist ja super.
[00:24:27] Und da hab ich selber initiiert, alles speakabled.com.
[00:24:32] Weil ich mich gefragt hab, es war vor ein paar Jahren auf der Republik,
[00:24:37] eher auf den Medientagen, war das noch in Bayern,
[00:24:39] hab ich einen Sprecher mit Behinderung gesehen,
[00:24:42] also mit sichtbarer Behinderung und der hat
[00:24:45] Genau, ich wollte ja schon ergänzen.
[00:24:47] Aber der hat über Behinderung gesprochen, was natürlich okay ist.
[00:24:52] Aber ich hab mich gefragt und auch an mich selber, weil ich ja auch manchmal eben spreche,
[00:24:57] aber ja nicht über Behinderungen, sondern über WordPress oder so.
[00:25:01] Und ich dachte mir, wieso gibt's denn so wenig Sprecher mit sichtbarer Behinderung,
[00:25:05] die nicht über Behinderung sprechen?
[00:25:07] Weil die Expertise ist ja mega vielfältig, ne?
[00:25:12] Absolut.
[00:25:13] Und da hab ich das gegründet und so, und kannst du gerne mal,
[00:25:17] kannst dich auch gerne anmelden.
[00:25:18] Sehr gerne.
[00:25:19] Und fällt mir jetzt gerade wieder auf, weil da wird es ja auch so ein bisschen abgefragt,
[00:25:26] welche Bedürfnisse und so die Leute haben.
[00:25:28] Das ist toll.
[00:25:30] Was ich auch sehr spannend finde ist ja sozusagen die eine Seite,
[00:25:33] die Bedürfnisse zu äußern und dann die andere Seite, die umzusetzen.
[00:25:36] Ich hab neulich mit einer Veranstalterin gesprochen.
[00:25:39] Das war ein Event auch mit verschiedenen Menschen mit und ohne Behinderung.
[00:25:44] Und da waren einige SpeakerInnen mit Kleinwuchs dabei.
[00:25:48] Und es sollte so eine Podiumsdiskussion auf der Bühne stattfinden.
[00:25:51] Und sie war verzweifelt auf der Suche nach einer Sitzgelegenheit,
[00:25:56] die eben nicht so hoch ist, aber auch bequem ist,
[00:25:59] dass die Person da nicht irgendwie so runterrutscht mit so einem Sitzsack.
[00:26:03] Und hat mir ganz verzweifelt erzählt, dass sie da am Ende nichts gefunden hat.
[00:26:07] Und da dachte ich mir auch, das kann ja irgendwie nicht sein.
[00:26:10] Also ich bin da noch nicht in der Veranstaltungszene so weit verankert,
[00:26:13] dass ich jetzt, wenn es um Möbelbau oder Bühnenbau geht,
[00:26:17] den Bereich abdecken kann.
[00:26:19] Aber da wäre es ja auch nochmal spannend zu schauen,
[00:26:21] inwieweit auch dort ne Offenheit entsteht oder nun umdenken,
[00:26:25] dass es nicht nur den Einstuhl gibt, der bei zum Beispiel links und rechts
[00:26:29] diese Armlehne hat, was für manche Menschen gut ist, um sich auch abzustützen.
[00:26:32] Bei mir ist es so, dass die häufig voll in meine Beine rein drücken
[00:26:36] und super unangenehm auf die Dauer werden, wenn die sehr eng sind.
[00:26:38] Und deswegen auch dazu schauen, flexibles Möbeljahr anzubieten,
[00:26:42] so dass Veranstalter*innen, die dann zum Beispiel so ein Service buchen,
[00:26:45] die Möglichkeit haben, auf die Bedürfnisse auch einzugehen,
[00:26:48] weil sie wollte es gerne und wusste nicht, wie.
[00:26:50] Ja, voll spannend.
[00:26:53] Jetzt haben wir relativ viel über Live-Events gesprochen.
[00:26:58] Und mit Blick auf die Uhr würde ich jetzt noch mal kurz zu den Online-Events gehen.
[00:27:02] Sehr gerne.
[00:27:03] Also Stichwort Zoom und so.
[00:27:05] Gibt es denn so prinzipielle Unterschiede oder ist es eigentlich das Gleiche,
[00:27:09] nur dass das halt nicht live ist?
[00:27:11] Kannst du zu den virtuellen barrierefreien Events noch mal was sagen?
[00:27:15] Sehr gerne.
[00:27:16] Also mir begegnen viele Menschen, die immer wieder sagen, naja, bei Online,
[00:27:20] da brauchen wir das Thema ja gar nicht.
[00:27:22] Und das ist so ein bisschen die Gefahr, weil wenn wir jetzt so vergleichen,
[00:27:26] okay, worum geht es vor Ort, geht es um die Räumlichkeiten, die vorher zu begehen.
[00:27:29] Ja, online haben wir vielleicht nicht eine große Halle,
[00:27:33] aber wir haben ja auch einen Bereich, wo wir uns bewegen.
[00:27:36] Wir haben eine Videokonferenzformat.
[00:27:38] Da gibt es Unterschiede zwischen all den Anbieter, in die es gibt.
[00:27:41] Wir haben vielleicht auch eine Plattform,
[00:27:44] wo noch weitere Informationen und Dokumente hochgeladen werden.
[00:27:47] Stichwort dann digitale Barrierefreiheit.
[00:27:49] Inwieweit ist diese Videokonferenzformat Geschichte sozusagen zugänglich,
[00:27:55] aber auch alle weiteren Dinge, die sich digital abspielen.
[00:27:58] Es gibt Beteiligungsmöglichkeiten auch online, von Miroboard,
[00:28:04] von Pinboard oder wie sie nicht alle heißen.
[00:28:07] Da gibt es ja ganz verschiedene auch Anbieter in.
[00:28:09] Und auch dazu schauen, ist das Ganze denn barrierefrei zugänglich
[00:28:12] und da immer also stichwort digitale Barrierefreiheit.
[00:28:15] Also auch nur beispielsweise Menschen mit Seben und Blindheit mitzudenken,
[00:28:20] können die da eigenständig jetzt da gerade agieren, auch mit diesen Post-Its und so weiter.
[00:28:24] Aber auch das Thema mit verschiedenen Farben.
[00:28:27] Wenn ich jetzt Rot und Grün habe, also das ist in Präsenz.
[00:28:30] Wenn ich mit einer Pin-Wand arbeite, schreibe auf die rote Karte das, auf die grüne Karte das.
[00:28:35] Schwierig für manche Menschen, die Rot-Grün
[00:28:38] vielleicht nicht so gut unterscheiden können oder Farben grundsätzlich nicht so wahrnehmen.
[00:28:42] Oder aber auch im digitalen Raum, wenn du da auch Post-Its hast,
[00:28:47] zum Beschreiben bzw. Klebezettel, muss man ja sagen.
[00:28:50] Dann ist das ja genau das Gleiche in Grün.
[00:28:54] Also da sehe ich ganz viele Parallelen, vielleicht ein Unterschied ist.
[00:28:59] Wir müssen nicht die Toilette checken, ob die barrierefreie Toilette auch wirklich barrierefrei ist.
[00:29:04] Das ist ein Unterschied im Online-Bereich.
[00:29:06] Aber ansonsten auch dort Nachfragen, Foliensätze sehe ich immer wieder.
[00:29:11] Super kleine Schrift, weiße Schrift auf gelben Grund.
[00:29:13] Das ist für Präsenz als auch im Online-Raum immer wieder dasselbe, was mir begegnet.
[00:29:18] Und was ist denn so mit dem Stichwort Zweisinneprinzip?
[00:29:23] Genau.
[00:29:24] Richtung vielleicht kannst du auch sagen, ob du dann Team hast,
[00:29:28] so Richtung Gebärdensprachdollmetschende oder Schriftsprachübersetzung oder einfach auch leichte und einfache Sprache.
[00:29:36] Genau, also…
[00:29:37] Wie ist denn da deine Erfahrung?
[00:29:38] Ja, also ich finde es immer ganz wichtig, damit einem Netzwerk zu arbeiten.
[00:29:43] Ich zum Beispiel habe hier deutsche Gebärdensprache in Berlin gelernt, beim Gebärdenservice,
[00:29:47] bei dem Andreas Kostrau, mit dem ich verbunden bin und der auch, wenn ich zum Beispiel
[00:29:53] Fragen habe, mir da wirklich Expertise aus aus erster Hand geben kann.
[00:29:57] Das ist immer wichtig, weil ja auch da bei der Thematik, also ich würde niemals über deutsche Gebärdensprache
[00:30:03] jetzt jemand anderen, weil ich selber nicht betroffen bin, da was erzählen,
[00:30:06] sondern da ist auch wichtig, dass das selber Betroffene sind.
[00:30:09] Und bei den Dollmetscher*innen für deutsche Laut- und deutsche Gebärdensprache,
[00:30:13] da gibt es Plattformen, auf denen wir Anfragen hinstellen können und sich dann Menschen zurückmeilen,
[00:30:22] wobei auch da ich Menschen habe, einfach mit denen ich gerne zusammenbeite, aus meiner Community.
[00:30:27] Es ist nur so, dass der Bedarf wird ja auch immer größer, was mich freut für eine Dollmetschung.
[00:30:34] Und zeitgleich sind die Dollmetscher*innen für deutsche Laut- und deutsche Gebärdensprache
[00:30:38] sehr gut ausgebucht.
[00:30:41] Also der Bedarf, also könnten auf jeden Fall wesentlich mehr Personen diese Berufung sozusagen ausüben.
[00:30:50] Weil es ist ja auch immer so, dass es immer zwei sind, also das ist für häufig dann für Menschen,
[00:30:54] die das noch gar nicht so ein Event geplant haben oder so, überraschend.
[00:30:57] Also nach ca. 50 Minuten meistens wird dann ja hin und her gewechselt.
[00:31:02] Also dazu bedenken, wir brauchen schon mal zwei und genau.
[00:31:06] Ansonsten, wenn es um einfache leichte Sprache geht, dass ich damit im Überseitungsbüro arbeite
[00:31:11] oder selber aufwende, wenn es jetzt hier, ich war auf der Side City in Frankfurt am Main,
[00:31:15] da geht es um Sebel, nur um Blindheit, dass meine Mitmachaktion und mein Messestand
[00:31:18] wirklich zugänglich für die Zielgruppe war und dem ich das vorher getestet habe.
[00:31:22] Und mit meiner Prüfperson dann auch die Breierlabel dann nochmal erstellt hat bzw.
[00:31:29] sie dann nochmal Material getestet hat, das ist mir dann auch immer sehr, sehr wichtig.
[00:31:33] Genau.
[00:31:34] Zu dem Thema war übrigens Inga Schiffler hier.
[00:31:36] An der Episode 65 können wir auch verlinken.
[00:31:41] Sie ist da nämlich die Expertin für leichte, einfache Sprache.
[00:31:44] Fand ich auch spannend.
[00:31:46] Bei Gebärdensprache habe ich gelernt, also früher dachte ich, das Gebärdensprache ist
[00:31:51] halt eine Sprache, wie Deutsch, Englisch, Französisch, einfach eine weitere oder Esperanto,
[00:31:56] eine weitere Sprache, aber tatsächlich ist sie ja und deswegen ist es auch so kompliziert
[00:32:01] für die Dolmetschenden, weil die, weil jede Sprache, jede Lautsprache hat ja eine Gebärdensprache.
[00:32:09] Sogar jeder Dialekt hat so spezielle Bewegungen oder PolitikerInnen haben, dann wird sich
[00:32:18] auf eine Geste geeinigt und so, also Geste mal ich das.
[00:32:20] Jede Lautsprache hat eine eigene Gestik und das ist gar nicht so, dass das eine eigene Sprache ist,
[00:32:28] sondern jede, schon dann ganz viele Sprachen auch.
[00:32:30] Also wie Lautsprachen auch, Deutsch, Englisch, Französisch und so weiter sprechen, ist es
[00:32:35] in der Gebärdensprache auch so.
[00:32:36] Das fand ich auch spannend.
[00:32:38] Also ich zum Beispiel lerne Berliner Gebärdensprache und genau wie du beschrieben hast, da gibt es
[00:32:46] halt verschiedene Begrifflichkeiten, die dann vielleicht unterschiedlich sind, aber auch so
[00:32:51] Standards wie "Hallo" und "Tschüss" oder "Wie geht's dir?" die sind, glaube ich, ähnlich, aber auch
[00:32:56] an der Stelle sozusagen direkt an Betroffene wenden bei solchen Fragen, weil da der Wunsch
[00:33:02] aus der Dev-Community auch ist, berechtigterweise, dass sozusagen Betroffene dann darüber erzählen
[00:33:09] und darüber berichten, genau.
[00:33:11] Ich habe noch zwei, beziehungsweise drei, Fragen.
[00:33:15] Ja, sehr gerne.
[00:33:16] Eines vielleicht ein bisschen provokant, da haben wir auch schon kurz drüber gesprochen.
[00:33:21] Oh, ich weiß, um welches Thema es geht.
[00:33:23] Okay, let's go.
[00:33:24] Weil ich auch als, also ich versuche auch in meinen Inhalten online und auch bei meinen Events wirklich
[00:33:30] so viele Menschen wie möglich mitzunehmen.
[00:33:32] Aber das Stichwort barrierefrei, und das ist auch bei Webseiten und so so, würde ja eigentlich
[00:33:40] bedeuten, alle können teilnehmen.
[00:33:42] Und das wäre natürlich richtig toll, aber die provokante Frage ist, hält so das für
[00:33:48] möglich, dass man ein Event hostet, das wirklich komplett barrierefrei ist?
[00:33:56] Also, wenn ich gebucht werde mit meiner barrierefreien Moderation, dann gebe ich immer den Hinweis,
[00:34:01] ich kann das nur leisten, wenn wir vorab eine Abfrage machen und ich die Bedürfnisse der
[00:34:08] Zielgruppe kenne.
[00:34:09] Das heißt, auch dort die Frage, was brauchst du, um gut an der Veranstaltung teilnehmen zu können.
[00:34:13] Und da gibt es auch noch ein paar weitere Fragen.
[00:34:15] Und wenn ich dann weiß, aha, ich habe jetzt hier, also beispielsweise einen Projekt, da ging es um die DDR-Geschichte
[00:34:22] inklusiv, da meinte die Auftraggeberin, na ja, normalerweise mache ich ja einen Zeitstrahl.
[00:34:27] Und jetzt habe ich aber hier eine gemischte Gruppe von Jugendlichen mit und ohne Sehbehinderung.
[00:34:32] Und jetzt geht das ja nicht mehr, dann meinte ich, wieso geht das nicht?
[00:34:36] Na ja, weil ich habe doch hier Fotos, meinte ich, na ja, dann machen wir die Fotos zu Modellen.
[00:34:40] Ich habe daraus dreidimensionale Modelle gebaut, sodass sozusagen auch diejenigen, ohne Sehbehinderung
[00:34:47] dann in der Lage waren, das auszuprobieren und zu ertasten erst mal.
[00:34:53] Berliner Mauer, also es waren so Klassiker, die man doch gut flühen konnte.
[00:34:57] Und siehe da, es war dann auf jeden Fall möglich oder irgendwelche Beteiligungsspiele
[00:35:01] mit Würfelspiele, mit QR-Codes zum Einscannen.
[00:35:04] Also das war auf jeden Fall möglich.
[00:35:07] Und deswegen habe ich den Ansatz, ja, barrierefrei ist möglich, wenn wir vorher die Bedürfnisse kennen.
[00:35:15] Und was ich aber auch mache, was ich aus eigener Erfahrung auch weiß, Bedürfnisse im Vorfeldabfragen
[00:35:20] ist der eine Part, der andere Part ist, vor Ort abfragen.
[00:35:24] Weil es gibt auch Tagesformabhängige Geschichten und von daher denke ich das immer mit.
[00:35:31] Und wenn ich einfach Material erstelle, interaktive Methoden, wie hat Gertes das vorhin schon erwähnt,
[00:35:36] zwei Sinneprinzip, je mehr Sinne ich anspreche, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit,
[00:35:41] dass auch mehr Menschen mitgenommen werden. Also nicht immer nur von vornherein oder Schnelligkeitsspiele.
[00:35:47] Und ich weiß von vornherein, da sind Menschen, also der Community dabei.
[00:35:51] Naja, wenn erst mal das gedäumt werden muss, dann entsteht ja denen eine Nachzahl für die Reaktion,
[00:35:57] wenn es um Schnelligkeit geht.
[00:35:58] Und das sind so Klassiker, die kann ich vorab schon mitdenken.
[00:36:02] Und dann quasi die Kirsche auf der Sahnetorte ist dann Bedürfnisse im Vorfeldabfragen und vor Ort.
[00:36:10] Ja, das finde ich sehr gut, dass du das machst und da kannst du sicher auch viele erreichen.
[00:36:15] Aber jetzt ist die, ich muss noch mal reinpiegsen ein bisschen, weil das ja auch alles sehr wichtig und spannend auch.
[00:36:22] Die Vorherabfragen, supergut.
[00:36:26] Kleines Aber, die Leute, die dann spontan kommen wollen, können, also die kann man halt nicht mehr vorherabfragen.
[00:36:35] Das heißt, diese wären möglicherweise, können zumindest nicht komplett mit allen Sinnen im wahrsten Sinne teilnehmen.
[00:36:43] Und wenn jetzt zum Beispiel mehrere Behinderungen zusammenkommen, was ja auch passieren kann,
[00:36:49] dass Menschen blind sind und eins wieder in den Fingern keine Gefühl haben oder vielleicht auch armlos wären,
[00:36:59] dann hast du ja noch eine Hürde mehr und willst die trotzdem mitnehmen.
[00:37:05] Ja, also bisher hat das immer alles geklappt.
[00:37:08] Ich verstehe, dass sozusagen je mehr Behinderungen bei einträchtig und chronischer Erkrankungen wir mitdenken,
[00:37:13] desto mehr Hirnschmalz fließt da rein und womöglich auch Zeit und Material zu durchdenken und anzubieten.
[00:37:22] Ich mache jetzt zum Beispiel in Kassel für das Kämpferherzen treffende Mitmachaktion und da sind ja bis zu 2000 Teilnehmer*innen.
[00:37:30] Und die haben ja alle verschiedene Behinderungen bei einträchtig und chronischer Erkrankungen.
[00:37:34] Und genau das, was du gerade beschrieben hast und bei dieser Mitmach- bzw. Mutmachaktion ist für mich meine Herausforderungen,
[00:37:41] genau das zu bedenken, auch zum Beispiel, wenn es dann vor Ort darum geht, dass der Tisch unterfahrbar ist
[00:37:46] und dass sich Leute dann erst mal ran setzen können, um da was kreativ zu erstellen.
[00:37:51] Und ich möchte genau bei dieser Aktion zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, indem ich verschiedene Angebote mache,
[00:37:58] wie dieses Thema erarbeitet werden kann, so dass mir kein Nachteil entsteht,
[00:38:03] mit einer Behinderung, dass ich nicht mitmachen kann, sondern es verschiedene Wege gibt,
[00:38:07] dieses Thema zu erarbeiten und ich meinen Beitrag leisten kann.
[00:38:11] Und das ist sozusagen der Weg, über den ich dann gehe und Menschen erreiche.
[00:38:17] Und das, was du beschreibst mit Kurzfristigkeit, finde ich ganz wichtig, dass du das ansprichst.
[00:38:22] Also genau das ist eine Problematik.
[00:38:24] Bei mir ist es aber so, dass ich vor allen Dingen Events abdecke, die im Vorfeld mit einer Anmeldung verbunden sind
[00:38:30] und wo dann quasi nicht kurzfristig noch jemand dazukommt, was kurzfristig passieren kann,
[00:38:35] dass Tagesform abhängig sind, Symptome dazukommen.
[00:38:38] Aber nicht, dass jetzt komplett noch mal fünf Personen, die nicht eingeplant waren oder sich nicht angemeldet haben, dabei sind.
[00:38:45] Aber klar, solche Events gibt es auch und da muss man dann schauen, was für Möglichkeiten es gibt.
[00:38:49] Und ich weiß auch, dass viele dann mittlerweile so ein bisschen pessimistisch schon fast sind
[00:38:53] und ja, bei Jerefreiheit ist ja gar nicht möglich.
[00:38:55] Und ich habe dann manchmal den Eindruck, dass sich dann darauf von manchen Veranstalten ausgeruht wird.
[00:39:01] So nach Motornäher ist ja eh nicht möglich, warum wir ja gar nicht erst versuchen.
[00:39:04] Und das finde ich dann total schade.
[00:39:05] Und ich habe da genau die andere gegenseite mit meinem Chucker, mit meiner positiven Energie,
[00:39:09] dass ich sage, hey, guck mal, das ist möglich und das ist möglich.
[00:39:13] Und das muss nicht immer alles mit mehr Kosten verbunden sein, wenn ihr noch ein QR-Code dazu packt,
[00:39:18] wo ihr das selber audio-deskript, also beschreibt per Audio schon mal eine Barriere weniger
[00:39:23] und einfach Mut machen, Dinge auszuprobieren und zu erleben, wie echte Beteiligung dann doch möglich ist, genau.
[00:39:30] Voll cool.
[00:39:32] Und jetzt, wenn wir kurz in die Zukunft schauen wollen, noch,
[00:39:36] und wenn du den Wunsch frei hättest an Veranstalter*innen, was wäre dein Wunsch,
[00:39:43] was die Menschen, die Sachen oder die Eventsveranstalten einfach in Zukunft besser machen,
[00:39:51] vielleicht in ein, zwei Sätzen, das wäre cool, wenn du da so'n Wunsch, Dursten Wunsch frei und den wollen wir erfüllen.
[00:39:59] Welcher Wert ist?
[00:40:02] Also die zukünftigen barrierefreien Veranstaltungen fragen von vornherein Bedürfnisse anonym ab
[00:40:14] und gehen darauf ein mit Beteiligungsmethoden, wo alle mitmachen können.
[00:40:22] Und die Räumlichkeiten werden vorab mit Prüfpersonen und das Material natürlich auch mit Prüfpersonen,
[00:40:32] also Menschen, die selber betroffen sind, von einer Behinderung, Beeinträchtigung oder chronischen Erkrankung getestet,
[00:40:37] so dass gemeinsam ein barrierefreies Event entsteht.
[00:40:42] Sehr gut.
[00:40:43] Hast du denn ein Beispiel für ein, wo du sagst, da warst du auf einem Event und es war ein richtiges Paradebeispiel für ein richtig tolles barrierefreies Event?
[00:40:55] Gar nicht mal so einfach.
[00:40:59] Also ich war auf dem Regional und ich war auf dem Global Disability Summit, wo ich dachte, okay, das wird das barrierefreiste Event überhaupt.
[00:41:08] Und es gab einen Ruhe, also was ich positiv aufzählen kann auf dem Global Disability Summit, es gab Ruhebereiche, es gab eine Art Awareness Team, das war super.
[00:41:17] Es gab Dolmetscher Infi-Deutsche Laut- und Deutsche Gebärdensprache.
[00:41:22] Das war richtig klasse und selbst da war ich dann aber auch ganz traurig, dass es zum Beispiel kein Leitsystem gab,
[00:41:30] sodass Menschen mit Sebrunnen und Blindheit sich nicht eigenständig von A nach B bewegen konnten.
[00:41:34] Das war wiederum auf der Side City richtig, richtig toll gemacht, dass es dort dieses Wegeleitsystem auf dem Boden gab, was mobil quasi gebucht werden konnte, für die Veranstaltungen danach wieder abgenommen und dann kann das beim nächsten Event wieder verwendet werden.
[00:41:49] Das war richtig klasse und da war aber zum Beispiel Schwierigkeit, dass das so dicht an die Messestände gelegt wurde, dass sobald Menschen an Messeständen stehen geblieben sind,
[00:41:59] die Leitstreifen leider nicht mehr freigehalten wurden, sondern blockiert wurden durch die Menschen, die den Messestand sich anschauen wollten, also von daher vielleicht,
[00:42:08] wenn ich mir sozusagen was wünschen dürfte, von der Side City Wegeleitsystem mega und vom Global Disability Summit Ruheraum und so und wenn wir das jetzt so verbinden, dann sind wir glaube ich schon ganz gut dabei.
[00:42:20] Cool, vielen Dank schon mal, ich habe eine letzte Frage, stell dir vor bei Eventbrite.de, könntest du einen Satz auf die Startseite schreiben für 24 Stunden, der dürfte aber keine Eigenwerbung sein,
[00:42:38] aber natürlich ein Hinweis auf deine Themen, aber nicht jetzt deine Website zum Beispiel, wenn dich jetzt nicht so spannend, sondern einfach ein, nee ich sage jetzt mal nicht mehr, also Eventbrite.de, Startseite oder komm auch gerne, was wäre so dein Satz, was du da platzieren würdest?
[00:42:54] Also bei Eventbrite kommt mir direkt, ich wollte meine Workshop dort online hochladen und hatte nicht die Möglichkeit Alternativ Texte hochzuladen, das kommt bei mir direkt.
[00:43:04] Auf übrigens in der Community, falls da jemand irgendwie weiß, ob das mittlerweile geht, gerne sich an mich wenden, dann lad ich meine Workshops auch dort hoch, das war für mich eine Barriere, aber davon, dass man ausgeklammert, habe ich zwei an die ich gerade denke, und zwar ist das einmal In-Club.
[00:43:21] In-Club ist ja ein Netzwerk von Menschen, von Gründer*innen mit Behinderung von Menschen, die sich im Bereich Inklusion barrierefrei einsetzen und ist für mich gerade durch ein Mentoring-Programm für diese App, die ich gründe einfach in totaler Mehrwert auch die Menschen, die anderen Gründer*innen dieses Netzwerk, also In-Club kann ich sehr empfehlen und wenn man da jetzt irgendwie was schreiben wollen würde, ist sozusagen, bist du Gründer*innen,
[00:43:51] mit Behinderung, setzt du dich für barrierefrei den Inklusion ein, dann kommt zu In-Club und tauscht dich mit anderen Gründer*innen aus oder so wahrscheinlich, wobei In-Club da wahrscheinlich das besser formulieren kann, das ist das, was ich mitnehme mit meiner Rolle und ansonsten, wir hatten schon über die Agentur für Barrierefreiheit gesprochen,
[00:44:10] da wollen wir auch irgendwann mal zusammenarbeiten, weil das einfach total thematisch passt, also mit den Prüfpersonen und Begehungen von Räumlichkeiten, Events barrierefrei gestalten, also wenn es da die andere Folge ja auch schon gibt, dann wäre das sozusagen noch mal eine Brücke, die ich bauen wollen würde.
[00:44:27] Super, vielen, vielen Dank für deine Einblicke und die Zeit und in Hamburg sagt man Tschüss.
[00:44:33] Ja und ich sag immer barrierefrei, bist du dabei.
[00:44:37] Tschüss, das heißt auf Wiedersehen. Ich freue mich, wenn wir uns hier sehr bald wiedersehen bzw. hören. Wenn du darauf auch Lust hast, abonnier doch am besten diesen Podcast, damit du keine Episode verpasst.
[00:44:50] Ich hoffe du konntest heute einiges mitnehmen. Wenn ja, dann empfehle den Podcast auch gerne deinen Freund*innen weiter, damit noch mehr Menschen darauf aufmerksam werden.
[00:45:00] Fragen, Themenwünsche und Ideen? Gerne an Espresso@nerdcafé.online.
[00:45:09] Jetzt aber wirklich. Tschüss.

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